St. Gertrudisbote

74. Jahrgang

 

                Dezember 2019

 

 120 Jahre Klostergründung (19. Oktober 1899)

 

70 Jahre Kirchweih der Abteikirche (15. Oktober 1949)

 

"So wurde an diesem Jahrestag dem Dankamt ein von Herzen kommendes Te Deum angefügt“, heißt es in einem Rückblick auf den ersten „Klostergeburtstag“ aus den 60-iger Jahren, und die Chronistin fährt fort: „Wie schön ist es, wenn solche Bräuche vom ersten Tage an alle Jahre festgehalten werden!“

 

Seit 120 Jahren erklingt nunmehr an unserem Gründungstag, am 19. Oktober, in Dankbarkeit das Te Deum – Großer Gott, wir loben Dich. Fünfzig Jahre lang feierte die junge Tettenweiser Schwesterngemeinschaft die Liturgie in unserer heutigen Bibliothek, da die wirtschaftlichen und politischen Umstände den Bau einer Kirche nicht erlaubten. Aber sofort nach Ende des Zweiten Weltkriegs, noch im August 1945, begannen die Planungen für den weiteren Ausbau der Klosteranlage, allem voran den Kirchbau. Und rechtzeitig, wenige Tage vor dem 50. Gründungsjubiläum, konnte unsere heutige Abteikirche am 15. Oktober 1949 feierlich eingeweiht werden.

 

120 Jahre Kloster, 70 Jahre Kirchweih, das ist uns Anlass, ein wenig innezuhalten, und einige Gedanken über die Berufung zum „Kirche sein“ mit Ihnen zu teilen.

 

Kirche ist …

 

Unzählige Ergänzungen könnten wir diesem Lückensatz „Kirche ist…“ beifügen:

 

ein Gotteshaus, wo Gott Wohnung nimmt in der heiligen Eucharistie („Wie ehrfurchtgebietend ist doch dieser Ort! Hier ist das Haus Gottes und die Pforte des Himmels.“ Gen 28,17)

 

ein Haus aus lebendigen Steinen, wo Gott Wohnung nimmt im Menschen („Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, um durch Jesus Christus geistige Opfer darzu-bringen, die Gott gefallen!“ 1Petr 2,5; „Durch Christus Jesus werdet auch ihr zu einer Wohnung Gottes im Geist miterbaut.“  Eph 3,22)

 

der Leib, dessen Haupt Christus ist ( „Er ist das Haupt, der Leib aber ist die Kirche.“ Kol 1,18)

 

Berührung zwischen Himmel und Erde (LG 8: „eine einzige komplexe Wirklichkeit, die aus menschlichem und göttlichem Element zusammen-wächst.“; LG 1: „Die Kirche ist ja in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit.“; LG 8: „die Kirche umfasst Sünder … ist zugleich heilig und stets der Reinigung bedürftig, sie geht immerfort den Weg der Buße und Erneuerung.“)

 

Kloster ist …

 

Kirche im Kleinen. Kirche lebt in vielen „Kirchen im Kleinen“ – in Bistümern, Pfarrgemeinden, Familien, Gebetsgruppen, christlichen Gemein-schaften und Klöstern. Jeder einzelne Getaufte formt das Aussehen der Kirche mit. Haben Sie schon einmal über Ihren Platz in der Kirche und über die Mitgestaltung und „Auferbauung“ (Eph 4,11-16) Ihrer „Kirche im Kleinen“ nachgedacht? Was erkennen wir als unseren Beitrag in diesem lebendigen Gefüge von Kirche? Der heilige Benedikt möchte seine Mönchsgemeinde bewusst mitten in der Kirche angesiedelt wissen. In seiner Regel, mithilfe derer ein Leben „unter der Führung des Evangeliums“ (Prol 21) gelingen soll, setzt er für seine „benediktinische Kirche im Kleinen“ Akzente, aus denen wir drei herausgreifen wollen, die nicht nur für ein Mönchsleben, sondern für jeden Getauften Gültigkeit haben können. 

 

·       Höre … und du wirst ankommen.  (Obsculta … pervenies. Prol 1 – RB 73,9)

 

In unserer „Kirche im Kleinen“ wollen wir ein Leben lang immer besser das Hören lernen. Der heilige Benedikt gibt dem Hören bei weitem den Vorrang vor dem Reden. Im ersten Wort seiner Regel begegnet uns die Aufforderung „Höre!“ und im letzten Wort der Regel die Verheißung „du wirst ankommen“. Das Hören setzt voraus, dass es da einen gibt, der spricht, der mich anspricht. Und das „Ankommen“ setzt voraus, dass es einen Weg und ein Ziel gibt. Dass ich unterwegs, also noch nicht endgültig an dem Platz bin, der mir von Gott bereitet ist, und dass es Worte gibt, die mich dorthin führen werden. „Seht doch, in seiner Güte zeigt uns der HERR den Weg zum Leben“ (Prol 20).  „Wollen wir in seinem Reich und in seinem Zelt wohnen, dann müssen wir durch gute Taten dorthin eilen; anders kommen wir nicht ans Ziel“ (Prol 22). Schon das Hauptgebot und -gebet Israels beginnt mit dem Wort „Höre“: Höre Israel, der Ewige ist unser GOTT, der Ewige ist einzig. Du sollst den Ewigen, deinen GOTT, lieben mit deinem ganzen Herzen, deiner ganzen Seele und deiner ganzen Kraft. Diese Worte, die Ich dir heute befehle, seien in deinem Herzen […] (Dtn 6,4).

 

Als „Kirche im Kleinen“ werden wir von Benedikt ermuntert – je einzeln und miteinander -, wache Ohren zu haben für die „Stimme Gottes, die uns täglich zuruft“ (Prol 9).

 

·       Gottesfurcht

 

In unserer „Kirche im Kleinen“ soll Gott die Mitte bilden, um die sich alles ordnet. „Wer Ohren hat zu hören, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Und was sagt er? Kommt, hört mir zu! Die Furcht des Herrn will ich euch lehren“ (Prol 11f.). Gottesfurcht – was will uns Benedikt damit ans Herz legen? Nicht „Gottverächter“, sondern „Gottesfürchtige“ will er in seinem Kloster heranbilden. Ist Gott wirklich „der Heilige in unserer Mitte“, der, der den ersten Platz einnimmt, dem unser Lob gebührt, für den wir leben, „zwecklos“, ohne „um zu“? Als grundlegende Basis für einen geistlichen Weg sieht Benedikt es an, dass der Mensch gar sehr das Gottvergessen flieht und sich immer die Gottesfurcht vor Augen stellt (RB 7,10). Wir kennen den Begriff „Menschenfurcht“. Sie ließe sich mit dem Grübeln umschreiben: was denkt die von mir, wenn ich… was hält der von mir … Welche Wichtigkeit messen wir häufig dem Urteil anderer über uns bei. Wenn Benedikt uns so sehr die Gottesfurcht ans Herz legt, betont er damit: Ins Zentrum gehört nicht unser Ego, oder die Meinung der anderen, sondern der Wille Gottes. Das einzige Urteil über unser Leben, das am Ende wichtig ist, ist das Urteil Gottes.

 

·        Miteinander das Heil erlangen

 

Unsere „Kirche im Kleinen“ will uns das „Miteinander“ lehren. Vielen von uns klingt das jüdische Shabbat-Lied zu Psalm 133 im Ohr: „Siehe, wie gut und wie schön ist es, wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen. (Hineh ma tov uma na’im / shevet achim gam yachad) … Denn dorthin hat der HERR den Segen entboten, Leben bis in die Ewigkeit“ (Ps 133,2f.). Diese Psalmverse bergen die Verheißung: Gott lässt seinen Segen in Fülle fließen dorthin, wo Menschen in friedlichem Miteinander leben.

 

Benedikt will keinen Trupp von „Einzelkämpfern“. Gemeinsam „jagen sie dem Frieden nach“ (Prol 17). Gemeinsam stehen seine Mönche im Gebet vor Gott. Gemeinsam verrichten sie die notwendigen Arbeiten. Gemeinsam ertragen sie sich gegenseitig und bewältigen sie Konflikte. Bei Entscheidungsfindungen geht es um ein gemeinsames Erhorchen des Willens Gottes. In dieser Weggemeinschaft hat nicht jeder das gleiche Schritttempo. So gilt es, auf die Schwachen Rücksicht zu nehmen (RB 34). Und miteinander sollen sie einmal das ewige Leben erreichen, wohin Christus „alle zusammen führen möge“ (RB 72,11). Den Himmel gibt es nur im „Mitein-ander“.

 

Dass dieses „Miteinander“ sich weit über die Grenze der Gemeinschaft hinaus erstreckt, wird deutlich, wenn wir in der Profess das Stundenbuch in die Hand gelegt bekommen mit dem Auftrag: „Empfangen Sie das Stunden-buch der Kirche. Preisen Sie Gott allezeit und beten Sie zu IHM für das Heil der ganzen Welt“ (1Tim 2,1-4).                                                                                                   (Sr. M. Veronika Popp OSB)

 

Aus unserer Chronik:

 

                Mutter Bernardas Namenstag am 20. August war ein schöner Höhepunkt im Sommer. Diesmal machten wir ein richtiges ‘Triduum‘ daraus: Am Sonntag vor dem 20. genossen wir in zwangloser Runde ein leckeres Eis. Tags darauf folgte dann am Nachmittag die eigentliche Gratulationsfeier: Dazu griffen wir in die Schatzkiste der guten alten Märchen und holten die Bremer Stadtmusikanten hervor. Auf den ersten Blick haben sie mit einem Benediktinerinnen-Kloster in Niederbayern nichts zu tun. Bei genauerem Hinsehen aber zeigt sich, dass sie für eine klein gewordene und nicht mehr ganz junge Gemeinschaft eine Botschaft haben, die des Hinhörens wert ist! Keines der Tiere, das in dem Märchen vorkommt, ist noch in der Lage, volle Leistung zu erbringen. Deswegen kapitulieren sie aber nicht, sondern gehen gemeinsam neue Wege und spielen ihre je persönlichen Stärken mit Begeisterung, Phantasie und Pfiffigkeit aus. Damit erobern sie sich einen neuen, ihnen angemessenen Lebensraum – und können wieder ohne Sorge sein. Unser von Herzen kommender Wunsch an Mutter Bernarda war, dass sie letzteres im Hinblick auf unsere Zukunft in einem durch Re-novierung und Umbau veränderten Kloster und in unmittelbarer Nachbarschaft zu neuen Bewohnern mit Zuversicht erwartet! Der Namenstag selbst, der Gedenktag des heiligen Bernhard, wurde von uns dann wie gewohnt im Rang eines liturgischen Festes gefeiert. Möge es unserer Äbtissin nie am Beistand ihres großen Namenspatrons fehlen!

 

        Die Soziotherapeutische Wohnstätte Haus Maria Rast (unser ehemaliges Gästehaus) öffnete am 14.9. seine Pforten zu einem Tag der Offenen Tür. Von 10 bis 13 Uhr hatten Interessierte die Gelegenheit, die Einrichtung anzusehen und mit Geschäftsführung wie Mitarbeiterinnen ins Gespräch zu kommen. Noch kein Jahr liegt die Eröffnung zurück, aber schon leben 14 Bewohner im Haus, kompetent betreut von einem sehr sympathischen Team. Drei Personen konnten in der Zwischenzeit sogar schon wieder in die Selbstständigkeit entlassen werden. Sechs von uns nutzten die Gelegenheit, bei unseren Nachbarn vorbeizuschauen, bewunderten, was aus unserem ehem. Gästehaus geworden ist und freuten sich, dass bereits fünf Landwirte im Rahmen der sog. Sozialen Landwirtschaft mit der Einrichtung zusammenarbeiten.

 

        An der AGÖ-Tagung in Reute (Fachtagung für Mitarbeiterinnen in Klosterverwaltungen) nahm Schwester Teresa von 17. bis 20.9. teil. In den Referaten zu allen relevanten Themen wurden wieder viele wichtige Inhalte vermittelt. Wenn auch nur mehr ein Teil davon auf uns zutrifft, so ist es doch hilfreich, dies und das wenigstens gehört zu haben, um es im Arbeitsalltag richtig einordnen zu können. Als mindestens so wertvoll erwiesen sich – wie immer bei einer solchen Tagung – die Begegnungen. Dabei nahm Schwester Teresa viel an schwerwiegenden Sorgen wahr, die nicht wenige Gemeinschaften im Hinblick auf ihre Zukunft bedrücken. Umso mehr genossen es die rund 100 Teilnehmerinnen (unter die sich zunehmend Geschäftsführer als Nachfolger von nicht mehr vorhandenen Ökonominnen mischen), am letzten Tag einen Ausflug auf die Reichenau mitmachen zu können. Hier wurde die benediktinische Cella angesteuert und gemeinsam in der Kirche St. Peter und Paul Eucharistie gefeiert.

 

        Wenn Pater Augustinus einmal nicht im Hause ist, wird er nicht nur von Pfarrer Tiefenböck vertreten, sondern oft auch von Pfarrvikar Pater Clement Rockey. Letzterer hatte Ende September die Freude, seinen Heimatbischof George Rajendran Kuttinadar SDB im Rottal begrüßen zu können. Dieser ist Oberhirte des Bistums Thuckalay im Südindischen Bundesstaat Tamilnadu. Am 26.9. feierte er mit Pater Augustinus und Pater Clement bei uns Eucharistie, und das anschließende gemeinsame Frühstück bot auch noch Gelegenheit zu einem interessanten Austausch! Schon wenige Tage später ging es für unseren hohen Gast weiter nach Brüssel und an-schließend zum Ad-limina-Besuch der indischen Bischöfe beim Papst in Rom.

 

        Am Nachmittag desselben Tages konnten wir Mutter Hildegard Dubnick OSB, die im Februar geweihte neue Äbtissin der Abtei St. Walburg in Eichstätt, bei uns zu einem Antrittsbesuch ganz herzlich willkommen heißen! Zwei Tage lang teilte sie unseren Alltag hier in bescheidenen Verhältnissen mit großer Selbstverständlichkeit und erzählte uns mithilfe vieler schöner Bilder vom Leben in ihrer Heimat-Abtei Virginia Dale in Colorado. Sie war aber auch sehr interessiert, „unsere“ Baustelle zu besichtigen, mit Kirche und ehemaligem Refektorium etc. Ein längerer Spaziergang machte sie obendrein noch ein wenig mit dem Rottal vertraut.

 

        Da der diesjährige Studientag der AGOP am Tag von Mutter Hildegards Abreise, am 28.9. in Schweiklberg stattfand, nahmen Schwester Teresa, Schwester Veronika und Schwester Paula unseren lieben Gast kurzerhand mit. (Von dort war der Weg zum Bahnhof in Vilshofen in der Mittagspause nur noch ein Katzensprung.) Als Referenten hatte der Vorstand Herrn Professor Dr. Ludger Schwienhorst-Schönberger (Passau/Wien) gewinnen können. Er sprach in zwei Vormittags- und zwei Nachmittagseinheiten zum Thema: „Mystik im Alltag – Leben in Gottes Gegenwart“. Etwa 40 Schwestern und Brüder aus allen im Bistum Passau vertretenen Gemeinschaften hörten den Ausführungen des Alttestamentlers mit großer Aufmerksamkeit zu. Aus der Fülle seiner bemerkenswerten Darlegungen sei hier wenigstens diese sinngemäß wiedergegeben: Eine Gotteserfahrung können wir als Bruch bezeichnen, der das Leben eines Menschen in ein Vorher und ein Nachher unterteilt. Wir finden dies bei vielen Heiligen. Aus einer solchen persönlichen, authentischen Gotteserfahrung erwächst ein Leben und u.U. eine Lehre, die auch andere, die keinen solchen Einbruch erlebt haben, überzeugt und zum Glauben an Gott führt. So breitet sich im Laufe der Zeit eine Art von Sekundär-Christentum aus, das von Konventionen gestützt wird. Fallen diese weg, wie wir es in unserer Zeit in Europa erleben, dann verliert sich auch diese Art von Christentum. Darum müsste es das Bestreben sein, wieder einen Raum und eine Atmosphäre zu schaffen, in der Gotteserfahrungen potentiell möglich sind. Dazu könnten wir (kontemplativ lebende) Ordenschristen einen wertvollen Beitrag leisten.

 

        Eine Woche voller Besuche endete am Nachmittag desselben Tages mit der Stippvisite von Prof. Dr. Pater Stefan Häring OSB und seinem leiblichen Bruder (und zugleich Mitbruder) Pater Markus, Cellerar der Abtei Metten. Sie waren sehr interessiert zu sehen, wie es uns derzeit geht und wie weit der Umbau des Klosters schon gediehen ist. Eine kompetente Baustellenführung hielt ihnen dankenswerter Weise Herr Helmut Schaitl, Geschäftsführer des Parkwohnstiftes.

 

        Am 30.9. und 1. Oktober konnte Schwester Bonaventura wieder an einem Klosterarbeiten-Kurs unter Leitung von Frau Keller in Niederalteich teilnehmen. Die kunstvolle Verzierung eines Spitzenbildchens stand diesmal im Mittelpunkt.

 

        Den 70. Jahrestag der Weihe unserer Abtei-Kirche (noch im Umbau) feierten wir froh und dankbar am 15.10. Im Hochamt am Morgen in der „Saal-Kapelle“ ging Pater Augustinus in der Einführung auf die vielfältige biblische Bedeutung der Zahl 70 ein. Und er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass nicht nur Umbau und Neuausrichtung unserer Klosteranlage gelingt, sondern „unser dem Herzen Jesu geweihtes Gotteshaus auch in der kommenden Zeit ein Ort sei, an dem Menschen Gott begegnen!“

 

        Zu unserem großen Bedauern mussten wir bereits im September zur Kenntnis nehmen, dass unser bisheriger außerordentlicher Beichtvater Pater Wilhelm Tangen (Marist) zum 1. November von Passau nach Meppen versetzt wird. Er hat uns lange Jahre als Priester das Sakrament der Versöhnung gespendet und tat uns mit seiner zugewandten, freundlichen und gütigen Art immer gut. Unsere Wertschätzung und Dankbarkeit brachten wir in einer kleinen Abschiedsfeier am 18.10. zum Ausdruck.

 

        Tags darauf, am 19.10. gedachten wir unseres 120. Gründungstages mit einem Dankamt. Innerlich gut vorbereitet hatte uns die Tischlesung aus der Chronik der ersten Jahre, mit der wir schon Tage vorher begonnen hatten.

 

        Eine Woche später, am 26.10. erhielten wir wieder Besuch: Mutter Helene und drei Mitschwestern aus Neustift wollten auch gerne hören, wie es uns geht, und sehen, was der Umbau für Fortschritte macht!

 

Liebe Angehörige, liebe Vereinsmitglieder, Wohltäter und Freunde unserer Abtei, liebe Schwestern und Brüder,

 

schon wieder liegt ein Jahr hinter uns an dessen Ende ich Ihnen allen danken möchte für Ihre Treue durch alle Ungewissheit hindurch! Ein großes Vergelt´s Gott für Ihre Unterstützung, für Ihr Gebet!

 

Einen Text von Paul Roth möchte ich Ihnen mitgeben:

 

„Du kannst nicht ein Leben lang alle Türen offen halten, um keine Chance zu verpassen. Auch wer durch keine Tür geht und keinen Schritt nach vorne tut, dem fallen Jahr für Jahr die Türen eine nach der anderen zu. Wer selber leben will, der muss entscheiden: Ja oder Nein. Im Großen und im Kleinen. Wer sich entscheidet, wertet, wählt, und das bedeutet auch Verzicht. Denn jede Tür, durch die er geht, verschließt ihm viele andere. Ein jedes Ja – auch überdacht, geprüft – ist zugleich Wagnis und verlangt ein Ziel. Das aber ist die erste aller Fragen: Wie heißt das Ziel, an dem ich messe Ja und Nein? Und wofür will ich leben?“                              

 

Ihnen allen wünsche ich eine gesegnete Adventszeit, eine gnadenreiche Weihnacht und ein gutes neues Jahr!

 

                                Mit dankbaren herzlichen Grüßen,  

 

Ihre

 

 M. Bernarda Schmidt OSB

 

       Äbtissin